Kleinskalige Wasserstoffverflüssigung mit Turbomaschinen von Celeroton
Flüssigwasserstoff (LH₂) gewinnt als Energieträger für Anwendungen an Bedeutung, die eine hohe Energiedichte, saisonale Energiespeicherung oder den Transport grosser Energiemengen erfordern. Zu den möglichen Einsatzfeldern zählen Mobilität, Luftfahrt und Energiespeicherung. Gleichzeitig führt die zunehmend dezentrale Wasserstoffinfrastruktur zu einem Bedarf an kompakten, effizienten und ölfreien Kryokühlern nicht nur für die kleinskalige Verflüssigung, sondern auch für Rückverflüssigung und Zero Boil-Off in Tanks, Logistikanlagen und Umschlagterminals.
Das Projekt CryoLH2, welches Celeroton mit Unterstützung von shirokuma und dem Bundesamt für Energie durchführte, untersuchte die technologischen Grundlagen modularer Reverse Turbo-Brayton-Kryokühler für zukünftige Wasserstoffverflüssiger und weitere Kryoanwendungen. Die Arbeiten konzentrierten sich auf Kälteleistungen von 100 W bis 1 kW bei einer Temperatur von 20 K. Im Projekt wurden ein repräsentatives Referenzsystem definiert, der thermodynamische Prozess ausgelegt und bewertet sowie die für zukünftige Entwicklungen erforderlichen Schlüsselkomponenten spezifiziert.
Schliessen der Lücke in der kleinskaligen Kryokühlung
Wasserstoff wird heute hauptsächlich in Grossanlagen mit typischen Kapazitäten von 1 bis 30 Tonnen pro Tag verflüssigt. Diese Anlagen verwenden in der Regel mehrstufige kryogene Kälteprozesse mit anschliessender Joule-Thomson-Expansion.
Mit der zunehmend dezentralen Erzeugung und Nutzung von Wasserstoff steigt der Bedarf an kleineren Verflüssigungsanlagen mit Kapazitäten von etwa 0,01 bis 1 Tonne pro Tag. Derzeit besteht eine technologische Lücke zwischen den Kryokühlern grosser Wasserstoffverflüssigungsanlagen und kleineren Gifford-McMahon- oder Stirling-Kryokühlern. Kompakte Reverse Turbo-Brayton-Kryokühler können diese Lücke schliessen und für kleinskalige Verflüssiger, aber auch weitere industrielle Anwendungen Kälte bei rund 20 K bereitstellen.
Zu den relevanten Anwendungen zählen die dezentrale Produktion und Bereitstellung von Flüssigwasserstoff für Langstreckendrohnen, dezentrale Energiespeicher, Forschung und Entwicklung, kleinere Fahrzeugflotten und lokale Betankungsinfrastrukturen. Dieselbe Technologie kann die Rückverflüssigung von Boil-off-Gas und den Zero Boil-Off-Betrieb in maritimen LH₂-Tanks, Flughafen- und Luftfahrt-Bodeninfrastrukturen, Luft- und Raumfahrtsystemen, Tanklagern, Logistikanlagen und Umschlagterminals genutzt werden. Weitere Kryoanwendungen umfassen supraleitende Magnete, Kabel, Motoren und Generatoren, Quantencomputing sowie die Kühlung von Instrumentenoptiken und Detektoren.
Gasgelagerte Kompressoren und Expander als Schlüsselkomponenten
Ein Turbo-Brayton-Kryokühler basiert auf den Kernkomponenten Kompressor, Expander und Rekuperator. Sowohl für den Expander als auch für den Kompressor kommt dabei Celerotons Technologie zum Einsatz. Der Kompressor erhöht den Druck des Prozessgases, beispielsweise Helium. Der Rekuperator kühlt den Hochdruckstrom ab, während der Expander den Druck und die Temperatur des Gases reduziert und damit die erforderliche Kälteleistung erzeugt.


